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Zum Tod von Dieter Zuishô Nanz

Mit grosser Betroffenheit und Trauer hat die Shakuhachi Gesellschaft Schweiz – chikuyusha.ch die Nachricht vom Tod von Dieter Zuishô Nanz aufgenommen.

Dieter A. Nanz studierte Flöte bei Philippe Racine und promovierte in Musikwissenschaft (Utrecht NL). Er war Shakuhachi Schüler von Kakiuchi Sanpô und Tajima Tadashi, der ihm 2008 das Lehrdiplom erteilte. Dieter A. Nanz unterrichtete an den Ateliers d’ethnomusicologie in Genf und gab Konzerte in Japan und Europa. Bei der Shakuhachi Gesellschaft Schweiz wirkte er in den Lehrerkonzerten in Zürich (2013) und Basel (2012) mit und machte im Rahmen eines Workshop in Basel die Mitglieder mit den Honkyoku der von Tajima gegründeten Jikishô-ryû vertraut. Unvergessen bleibt die Konzert-Tournee mit dem Ensemble Boswil für neue Musik unter der Leitung von Seitaro Ishikawa im Oktober 2014, bei der er den anspruchsvollen Shakuhachi-Part in „Voyage X“ von Toshio Hosokawa spielte (Boswil, Lugano, Ftan, Basel).

Dieter A. Nanz ist am 21. Mai 2015 einem Krebsleiden erlegen. Die Shakuhachi Gesellschaft Schweiz verliert einen engagierten Lehrer und bedauert, dass die Jikishô-ryû in der Schweiz nicht mehr vertreten ist.


Besuch von Kawase Junsuke III, Oberhaupt der Zenkoku Chikuyûsha Japan, seinem Sohn Kawase Yôsuke und ihrem Ensemble mit Yamazaki Senshû, Kezuka Mariko und Hirano Hiroko /
Visit of Kawase Junsuke III, Sôke of the Zenkoku Chikuyûsha Japan, his son Kawase Yôsuke and their ensemble (Yamazaki Senshû, Kezuka Mariko and Hirano Hiroko)
(September 2012)

Bericht mit Bildern
Report with Pictures
anschauen/download: Besuch Kawase, Workshop Bilder>


Studienaufenthalt von Ursula Schmidiger und Andrea Hofer in Tokyo im April 2009
Text: Ursula Schmidiger
Bilder: Ursula Schmidiger und Andrea Hofer, in der Galerie

Nach etwas mehr als zehnjährigem Studium der Shakuhachi bei Andreas Gutzwiller ergab sich für mich endlich die Gelegenheit, nach Japan zu reisen und die traditionelle japanische Kammermusik im Ensemblespiel in Tokyo zu praktizieren und zu vertiefen.

Am 1. April 2009 wurden Andrea Hofer und ich in der Chikuyûsha von Kawase-sensei mit Familie und Okawara-san herzlich willkommen geheissen. Gespannt und auch etwas ängstlich sah ich der ersten Unterrichtsstunde entgegen, war es doch für mich das erste Mal, in dieser Formation zu musizieren. Die wohlwollende Atmosphäre unter der Leitung von Kawase Junsuke sensei und Kawase Yôsuke sensei mit Okawara-san als Übersetzer sowie die Musik an sich machten alles sehr angenehm. Andrea und ich waren glücklich, praktizieren und lernen zu dürfen. Sehr geschätzt haben wir auch, mit zwei Teams, Hakushukai und Kezuka, zu spielen. Eine ganz grosse Ehre war es für uns, von Kawase Junsuke sensei in Honkyoku unterrichtet zu werden. Der Besuch bei Saitô-sans Shakuhachiklasse in Chiba gab einen Einblick in eine Form des Gruppenunterrichts. Am 10. April genossen Andrea und ich, mit Okawara-san als Guide, den interessanten und faszinierenden Ausflug nach Kamakura und Enoshima.

Der Höhepunkt: das Welcome Concert am 11. April im Public House. Vor allem beeindruckten mich zwei Spielerinnen, die ihre nicht kurzen Stücke auswendig vortrugen. Eine gelungene Überraschung für Andrea und mich war das gemeinsame Spielen der Schweizer Nationalhymne. Ein Zeichen dafür, dass unser Interesse an der Shakuhachi geschätzt wird. Schliesslich durfte auch ich, natürlich etwas nervös und in gespannter Stimmung, mit Yamasaki Senshu sensei und Kawase Bishu auf der Bühne mit dem Stück Mama no Kawa meinen Beitrag leisten. Anschliessend spielte Andrea Hagi no Tsuyu und schliesslich Kawase Yôsuke Zan Getsu. Das ganze Konzert dauerte von  vormittags 11.00 Uhr bis abends 18.00 Uhr. Sozusagen ein Marathon… Ein köstliches Nachtessen (in derselben Sitzhaltung wie schon den ganzen Tag über, also in Seiza) und geselliges Beisammensein rundeten diesen Tag ab und lassen ihn unvergesslich bleiben.

Etwas traurig, jedoch voll Dankbarkeit und reich an neuen Erfahrungen, hiess es am 14. April Abschied nehmen, gerade zur rechten Zeit, neigte sich doch auch die Kirschblüte ihrem Ende entgegen. Gerne denke ich an diese wunderbaren lehrreichen zwei Wochen in Tokyo zurück, umgeben von netten Menschen und vielen Kirschblüten. Während unserer anschliessenden Reise von Tokyo nach Fukuoka hatten Andrea und ich zweimal die Gelegenheit, im Tempel Shakuhachi zu spielen. Im Myôan Ji in Kyôto das Stück Hifumi Hachigaeshi Shirabe und im Kon Gou Sho Ji in Iseshima Kôku Reibo. Am 30. April kehrten wir in die Schweiz zurück, neu motiviert für unser Instrument und begeistert über unseren gelungenen Japanaufenthalt.